Reise nach Brasilien (2006)

Unsere zweite Reise nach Südamerika lässt uns diesmal das Land Brasilien intensiver kennen lernen. Gleichzeitig steht auch wieder ein Familientreffen an.

Die schönsten Bilder:

Meine Reisetagebuch:

2.11.06

15 Uhr Abfahrt mit dem Taxi zum Flughafen in Frankfurt/Main. Einchecken bei der Lufthansa, Papa hat gleich mal seine Gürteltasche liegenlassen und wurde im Flugzeug ausgerufen. 17:35 Uhr Flug von Frankfurt nach Paris, es gibt leckere Käsebrötchen. Um 18:45 Uhr Ankunft in Paris Charles de Gaulle – Umsteigen. Mit Mühe und Durchfragen zum Bus gefunden, der zum Terminal 2 fährt. Um 22 Uhr Ablug mit TAM Airbus 330. Guter Service, gutes Essen, Augenmaske und Zahnbürste lassen den langen Flug ganz gut erträglich sein.

3.11.06

Um 5:50 Uhr Ankunft in Sao Paulo – Umsteigen nach Rio. Erika muss ihr Beauty Case komplett ausräumen wegen einer Schere. Leichte Hektik, unsere Uhren sind eine Stunde zu weit vorgestellt und wir haben Bedenken, ob wir den Flug noch schaffen. Aber in Wirklichkeit haben wir noch Zeit genug. Um 7:30 Uhr Abflug mit TAM Airbus 320 Ankunft gegen 8:30 Uhr in Rio de Janeiro. Alle Koffer sind da, erleichtert gehen wir am Schalter direkt Geld wechseln. Unsere Reiseleiterin Ana steht schon bereit. Mit einem komfortablen Kleinbus geht es zum Hotel – die Fahrt dauert etwa 30 min und geht dicht an der Favelas vorbei. Wir fahren durch einen Tunnel unter dem Corcovado durch.  Um 11 Uhr kommen wir im Hotel Orla Copacabana an. Ein schöner Eingangsbereich und freundliche Angestellte erwarten uns. Die Zimmer sind klein aber ganz gut eingerichtet. Nach kurzem Umziehen zieht es uns zum Mittagessen in ein Restaurant in der Nähe des Hotels. Es gibt Fisch, Hähnchen und Rindfleisch in riesigen Portionen.

Nach einem Mittagsschläfchen und anschließendem Cafe im Hotel gibt es einen langen Spaziergang an der Copacabana. In einem der vielen Strandcafés bestellen wir ein frisch aufgeschnittene „Coco“. Dann gibt es einen kräftigen Regen, für Christian und mich gibt es nur ein schnelles Sandwich am Strand, die anderen wollen doch noch mal extra los und „eine Kleinigkeit“ essen. Wir genießen derweil den schönen Blick auf die beleuchtete Copacabana von der Dachterrasse des Hotels aus.

4.11.06

Um 8 Uhr gibt es Frühstück am wundervollen Frühstücksbuffet mit frischen, saftigen Früchten (Papaya, Mango, Melone, Ananas), süßen Brötchen, Eierkuchen, marinierten Bananen, Wurst, Käse, Rührei und Würstchen. Um 9 Uhr geht’s mit Reiseleiterin Ana und uns 6 Leuten im kleinen Reisebus auf Ganztagestour.

Zunächst geht’s zum Zuckerhut (Pão de Açucar) – leider hüllt sich der Gipfel in Wolken. Zunächst fahren wir mit der Seilbahn zur ersten Station – von hier aus ein toller Rundblick. Dann wieder ab in die Seilbahn mit noch 20 anderen Leuten und ab in die Wolken. Von der Spitze des Zuckerhut ist gar nichts mehr zu sehen – nur noch Nebel. Aber es gibt kleinen schönen kleinen Pfad durch eine Art Garten mit den verschiedensten Bäumen und Pflanzen.

Zurück im Reisebus geht es zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten: Im Sambodromo, wo zur Karnevalzeit der Wettkampf der Sambaschulen stattfindet mit bis zu 60.000 Zuschauern. Fahrt zur rieseigen Kathedrale im modernen Stil mit viel Beton – aber beeindruckend groß.

Fahrt durchs Stadtzentrum mit vielen Häusern im 20er-Jahre-Stil zum Corcovado mit der Christus-Statue.

Zunächst 30minütige Fahrt mit der Zahnradbahn den Berg hoch, mitten durch üppige Pflanzen. Oben angekommen – ist leider wieder alles im Wolkennebel. Mit dem Fahrstuhl geht es das letzte Stück hoch bis zum Sockel der Christus-Statue. Nur die Füße sind zuerst zu sehen, doch man kann erahnen, wie riesig sie ist. Dann geben die Wolken ab und zu den Blick frei bis zum Kopf. In der Statue ist eine kleine Kapelle. Eigentlich gibt es sogar innen eine Treppe, aber die ist natürlich nicht für Besucher freigegeben.

Nach der Rückfahrt mit der Bahn fährt uns der Bus zu einer Churrascaria, wo wir erst etwas warten müssen. Dann fast unbeschreiblich: Kellner rennen mit Spießen voll Grillfleischdurch das Restaurant. Zeit für die Salate und Beilagen gibt es nicht. Man kann sich kaum wehren – Ana meint: „Hier musst du den Kellner schon erschießen, dass er nichts mehr bringt“. Chorizo, Hähnchen in Schinkenspeck, Rippchen, Rumpsteak – alles wunderbar!

Nach dem großen Fressen geht es zurück ins Hotel – schnell Badesachen geschnappt und an die Copacabana. Das Wasser ist herrlich, noch eine Kokosnuss gekauft – perfekt.

Abends noch einen Caipi – da schläft es sich besser 😉

5.11.

Schon um 6 Uhr aufstehen (So viel Zeit muss sein fürs herrliche Buffet). Um 7:30 holt Ana uns mit dem Bus ab und setzt uns direkt am Eingang zur Sicherheitskontrolle am Flughafen ab. Der Flug hat leider 40 Minuten Verspätung.

Nach einem etwas holprigen Flug landen wir gegen 11:30 Ortszeit in Salvador, der Hauptstadt vom Staat Bahia, wo uns auch gleich unser Reiseleiter Falko in Empfang nimmt. Er ist seit 5 Jahren hier in Brasilien. Mit dem Mercedes Sprinter geht es gut 20 km über die Stadtautobahn Richtung Altstadt. Vorbei an Hochhäusern und Einkaufszentren kommen wir dann zu den wundervollen Häusern aus dem 18.Jh. Holprige Pflasterstraßen, bergauf und bergab. In der Nähe einer kleinen fast zerfallenen Kirche liegt unsere gleichnamige Pousada do Boqueirao. Kunstvoll gestaltet mit Einrichtung des vergangenen Jahrhunderts, verwinkelt und einfach einladend. Vorbei an der offenen Küche geht es zur Terrasse mit Blick aufs Meer. Die Zimmer – jedes ein wenig anders gestaltet – sind kleine Schmuckstücke. Unseres geht zur Straße: Das dunkle Holz der Möbel, das Parkett und der Ventilator überm Bett sind einfach schön.

Zum Mittag Salat bestellt mit Brot und Käse – war wunderbar. Nach kurzer Siesta geht es auf erste Erkundungstour durchs lebhafte „Pelourinho“ – einem Vietel, das mit kleinen Geschäften, Musik und Cafés bezaubert. Abends gibt’s Lasagne bei der italienisch abstammenden Herbergs-Chefin.

6.11.

Schon um 6 Uhr sind wir wach – so gegen 8 Uhr geht’s zum Frühstück, wo es wieder viele Früchte gibt, süße Speisen und herzhafte Kleinigkeiten – auf der Terrasse mit Meerblick doppelt lecker. Um 9 Uhr holt uns Falko ab – es geht diesmal zu Fuß auf Stadtrundgang. Von der Pousada sind es nur wenige Minuten ins historische Zentrum. Neben vielen alten Kirchen – zum Teil leider ziemlich verfallen – sehen wir liebenswert restaurierte alte Häuser. Mit dem Aufzug geht es aus der Oberstadt in die Unterstadt und in den Mercado Modelo – einem großen Markt für Handwerker-Kunst. Dort holt uns der Bus ab, es geht zu den verschiedenen Forts an der Küste. Am Schluss zeigt uns Falko noch eine Edelstein-Handlung, wo uns schöne Steine von Quarzen bis zu Smaragden gezeigt werden. Zum Mittag gibt es Cheeseburger, da für abends der Besuch einer Tanzshow mit Abendessen geplant ist. Für 45 € pro Person mit Transfer zum Solar do Unhao, tollem Buffet und verschiedenen Tänzen und Darbietungen. Schon der gewölbeartige Raum ist beeindruckend. Da wir früh da sind, können wir das Buffet in Ruhe begutachten: Fisch in Kokosmilch-Soße, Reise mit Rosinen, Paella, Fleisch – für jeden Geschmack ist etwa dabei. Dazu Salate Shrimps und frittierte Bananen.

Nach dem Essen die Show mit Tänzen für die Gottheiten (als Teil des Condomblé-Kultes), gefolgt vom Schwerttanz Maculele und Folklore. Die Krönung ist der Capoeira – ein Kampftanz mit teilweise artistischen Einlagen.

7.11.

Langsam sind wir voller Vorfreude auf die Strände Bahias. Ich hoffe, dass alles so traumhaft ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Gegen 10 Uhr fahren wir nach dem wieder tollen Frühstück mit einem schönen Bus Richtung Norden. Schon während der Fahrt begleiten uns die Kokospalmen am Strand. Nach etwa 1,5 Stunden biegt der Bus auf eine kleine holprige Straße Richtung Imbassaí ab. Ein kleines Dorf mit Sandstraße – dann hält der Bus an einem kleinen Fluss, mit einer etwas baufälligen Holzbrücke. Von jetzt ab fängt der Ort an, den man wohl als Paradies auf Erden bezeichnen könnte: Der Weg zur Pousada Luar do Praia führt durch einen kleinen Palmenhain ins Gebäude. Ein Angestellter führt uns zum Zimmer – Terrasse zum Meer und zum Pool, Hängematte – was will man mehr! Gleich neben dem Pool beginnt ein kleiner Weg zum Strand – so etwa 100 Meter. Endloser Strand mit tosenden Wellen und gesäumt von Palmen, kaum Menschen.

Nach einem ersten sehr vorsichtigen Bad wegen der Strömung und der Wellen gehen wir am Strand entlang zu den Bars bzw. Holzhütten, die von außen keinen sehr vertrauenswürdigen Eindruck erwecken. Die Hütten stehen auf der Düne zwischen Meer und Fluss – die Plastikstühle stehen sogar schon im Wasser. Wir entscheiden uns für Fisch und setzen uns an einen Tisch zur Flussseite hin, wo wir auch gleich eine Runde schwimmen.

Wir trinken Kokoswasser oder Bier und bestellen gemischte Fischplatte mit Shrimps, verschiedenem Fisch und Languste. Dazu Reis und leckere Kokosmilch-Soße.

8.11.

Vor dem Frühstück schon im Atlantik und im Pool gebadet. Frühstück ist nicht ganz so schön wie bisher, aber angesichts des tollen Ausblicks vom Frühstückstisch immer noch gut. Wir tingeln zwischen Pool, Hängematte und Ozean hin und her. Gehen auch mal durch das komplette Dorf, aber gegen 11 Uhr mittags ist es fast schon zu heiß. Unterwegs begegnen wir kleinen Äffchen.

Heute mal ohne Mittagessen, dafür abends in einer fremden Pousada mit deutscher Chefin sehr lecker direkt am Pool gegessen. Es gab Fisch und für Christian und mich Krabbenpfanne.

9.11.

Tag mit Lesen und Spielen und Sonnen verbracht. Noch mal ausgiebig in den Wellen getobt. Der Wirt lässt sich leider nicht blicken, was uns wegen der frühen Abreise in der Nacht etwas verunsichert. Abends bestellen wir diesmal Fleisch in unserer Pousada. Nach dem Essen geht’s ans Koffer packen. Diesmal heißt es, das Wichtigste ins Handgepäck zu tun, da wir nur 5 kg Handgepäck auf die Lodge mitnehmen dürfen. Als Abschluss gönnen wir uns noch eine Runde Caipi. Der Chef taucht wohl doch nicht mehr auf, wir fragen uns, wie das morgens um 3 Uhr wohl funktionieren wird.

10.11.

2:45 Uhr Wecken. Gerädert von der kurzen Nacht gibt es gerade noch einen Schluck Kaffee. Falko ist da und hilft uns beim Tragen der Koffer, was wir ansonsten leider alleine machen müssen. Der Wirt ist auch da, aber keiner seiner Angestellten, so dass Papa und Rudi die Koffer selbst über die baufällige Brücke schleppen müssen L

Die Fahrt zum Flughafen in Salvador geht schnell, am Flughafen haben wir noch genug Zeit zum Verschnaufen. Der Flug nach Brasilia klappt gut, zum Frühstück gibt es wieder Zwieback und Frischkäse.

In Brasilia steigen wir vom Flieger in den Bus, der uns direkt zwei Flugzeuge weiter wieder absetzt. Vom verregneten Brasilia fliegen wir nach Manaus – es regnet in Strömen als wir dort ankommen.

Unser Guide Erweraldo holt uns ab und bittet uns um Geduld, da wir noch auf Mitreisende warten müssen. Wir essen Burger und Snacks. Dann sind auch die beiden anderen Frauen da und los geht’s zum Mango Guesthouse, wo wir unsere großen Koffer lassen. Dann geht’s zum Hafen von Manaus, wo wir in unser erstes Boot steigen sollen. Die Anlegestelle mit dem matschigen roten Boden und dem ganzen Krempel auf der Straße gleich eher einer Müllhalde. Aber unser Boot ist sogar überdacht mit Platz für ca. 30 Personen. Wir sind jetzt 10 Leute, 2 Mädels aus Irland kamen noch dazu. Das Boot fährt mit uns zum „Meeting of the water“, wo Rio Negro und Amazonas zusammen fließen. Die Flüsse mischen sind auf Grund unterschiedlicher Dichte, Temperatur und Geschwindigkeit nicht, so dass dadurch die beiden Flüsse durch ihre Farben unterscheidbar sind. Hier ist der Fluss so breit, dass mehrere riesige Frachtschiffe nebeneinander fahren. So etwa 1,5 Std. fahren wir mit dem Boot zur nächsten Anlegestelle, wo schon der Bus wartet. Etwa 60 km geht es über Land, auf dem die Häuser auf Stelzen stehen, da es zur Regenzeit komplett überflutet ist. Wieder an einer kleinen Anlegestelle mit verschiedenen Hausbooten angekommen, steigen wir in zwei kleine übersachte Boote um. 2 Std. lang geht es den Rio Juma entlang – der Wind pfeift uns um die Ohren – die Windjacken werden rausgeholt. Es geht vorbei an vereinzelten Häusern am Flussrand, kleinen Booten mit Kindern oder Erwachsenen, die mit Fischernetzen hantieren. Vorbei an verschiedenen Fischreihern, bunten Vögeln und Kaimanen. Als etwas Großes im Wasser springt, sagt man uns, dass sei ein Delphin gewesen, was wir als Scherz verstehen. Nach doch recht langen 2 Std. kommt die Lodge zum Vorschein – einem schwimmenden Gebäude mit Strohdächern, einem Steg mit Stühlen und Tischen, mit Hängematten, die seitlich im runden Hauptgebäude hängen.

Oben im Hauptgebäude ist der Speiseraum. Die Zimmer und Toiletten, Duschen zweigen sternförmig ab. Zur Begrüßung gibt es erst mal einen Caipi, die Zimmer werden verteilt. Jedes Zimmer ist einfach, aber schön ausgestattet und sauber. 2 Betten, Ventilator, Waschgelegenheit und Fliegengitter an Tür und Fenster. Um 19 Uhr gibt es Abendbrot – angekündigt durch Glockenschlag. Es gibt Hähnchen und Fisch – und so klingt der Tag gemütlich aus.

11.11.

Der Tag beginnt mit dem Frühstück um 7 Uhr. Es gibt Rührei, Brot, Kuchen, Pizza und Obst. Um 8:15 ist Abfahrt zur Regenwald-Tour – zunächst mit dem Boot. An einer Stelle gegenüber der Lodge legen wir an und steigen aus. Mit 2 Führern geht es einen kleinen Trampelpfad mitten in der Urwald rein. Ein Führer kontrolliert vorab, ob was Gefährliches kreucht und fleucht – Erweraldo ist bei uns und erklärt alles. Wir sehen Kautschukbäume, die beim Anritzen den früher wertvollen Rohstoff abgeben. Wir sehen Paranuss-Bäume, die riesige Früchte haben – bis zu 5 kg schwer – und ca. 10-25 Kerne (Paranüsse) enthalten. Spuren eines Ozelot – sonst sind keine Tiere zu sehen. Es ist warm und feucht – wir sind nach wenigen Minuten total nass geschwitzt. Am Schluss Aufregung: eine gefährliche Art Bienenschwarm versperrt den Weg und zwingt uns zu einem kleinen Umweg.

Nach dem Mittag, geht es mit dem Boot los, wo wir hoffen, ein paar mehr Tiere zu sehen, z.B. Affen oder Delfine (ja hier gibt es wirklich Flussdelfine, „boto“ genannt). Leider zeigen sich nicht viele Tiere – aber das Licht ist wunderschön, besonders beim Sonnenuntergang auf dem Wasser.

Nach dem Abendessen – so gegen 20 Uhr geht’s im Dunkeln ins Boot – nur beleuchtet vom wundervollen Sternenhimmel. „Kaiman-Spotting“ ist geplant, Erweraldo sucht mit seiner Taschenlampe die Ufer nach den rot leuchtenden Augen der Kaimane ab. Er versucht ganz nah ran zu kommen mit dem Boot und beim 3. Versuch – zack! – hat er einen kleinen Kaiman gepackt und holt ihn ins Boot. Aufregung bei uns. Er zeigt uns das Maul und lässt uns die Haut anfassen. Dann auf einmal entwischt ihm der Kaiman und krabbelt durchs Boot. Aufregung und Durcheinander. Der Kaiman liegt unter dem Holzgitter im Kielwasser und lässt sich wieder einfangen.

Noch imposanter der scheinbar endlose Sternenhimmel, am Horizont ist es hell vom 160 km entfernten Manaus. Auf dem Rückweg springt noch ein Fisch ins Boot, was im Dunkeln noch mal für Aufregung sorgt – aber schließlich kommen wir gut wieder in der Lodge an.

12.11.

Die Nacht ist kurz. 5 Uhr ist Wecken angesagt, denn wir wollen den Sonnenuntergang beobachten und hoffen auch, dass sich diesmal ein paar Tiere zeigen. Mit dem Boot geht es wenige Meter ans Ufer rüber. Dort geht es über einen schmalen Pfad zum Aussichtsturm, der mit 11 Plattformen gut 30 Meter in die Baumwipfel hinauf ragt. Von dort – leider ein wenig von Wolken verhangen – sehen wir den Sonnenaufgang und auch unsere schöne Logde von oben. Da hat sich der schweißtreibende Aufstieg gelohnt. Wieder unten gehen wir über eine Brücke durch den Wald – leider hören wir die Affen nur von weitem, sie lassen sich nicht blicken. Weiter mit dem Boot sehen wir immer hin Flussdelfine, die in kleinen Gruppen hier und da auftauchen und ihre Schwanzflossen zeigen.

Nach dem Frühstück geht es m 8:15 weiter mit dem Boot in Richtung eines typischen Hauses der Bewohner am Fluss. Das Haus aus Holz auf Stelzen gebaut und doch während der Regenzeit unter Wasser hat einen riesigen Garten mit vielen Bäumen und Früchten: Paranüsse, Guaven, Mango, Cashews, Cupuacu, Limetten, Ananaspflanzen u.v.m.

Wir lernen wie Maniok-Mehl hergestellt wird. Erschöpft von der Hitze fahren wir zurück zur Lodge mit Mittagessen und Siesta.

Am Nachmittag geht’s zur neugierig erwarteten Angeltour: Piranhas sollen es sein. Mit kleinen Holzteilen, auf die Sehne und ein Haken mit Rindfleisch gewickelt ist, geht’s los. Leider wird es mehr zur Raubtierfütterung anstelle des Fischfangs. Die Biester fressen das gute Fleisch vom Haken, ohne dass wir manchmal überhaupt etwas merken. Wenigstens sehen wir noch den schönen Sonnenuntergang, dann fahren wir zurück zur Lodge. Wir lassen uns das letzte Abendessen schmecken – bei einem Caipi erzählt uns Erweraldo noch ein paar Geschichten, die er als Guide schon erlebt hat.

13.11.

Schon um 5:30 wir aufgestanden, denn um 7 Uhr ist Abfahrt mit dem Boot. Noch einmal Frühstück im Speiseraum in der Kuppel unserer Lodge, dann startet unsere beinahe 24-stündige Reise. Auf dem Rückweg im Boot regnet es, darum kommen viele Kaimane raus – einige bestimmt 2 Meter lang. Noch einmal sehen wir den Treffpunkt der beiden Flüsse, die sich nicht mischen. In Manaus nehmen wir unsere Koffer wieder in Empfang, weiter geht’s zum Flughafen.

Nach einen Snack in der Wartehalle und etwas Verspätung fliegen wir zunächst nach Sao Paulo, wo uns dann der Streik der Fluglotsen trifft.

14.11.

Mit 2,5 Std. Verspätung landen wir schließlich um 3:30 nachts in Foc do Iguazu. Auch hier werden wir direkt von der Reiseleiterin in Empfang genommen. Nach 30 min. landen wir erschöpft leider einem Raucher-Hotelzimmer des sonst ganz schönen Hotels Tropical Cataratas.

Nach nur 5 Std. Schlaf können wir das sehr reichhaltige Frühstücksbuffet noch nicht so ganz genießen. Um 10 Uhr fahren wir mit der Reiseleiterin zur argentinischen Seite der Fälle. Schön warm ist es und es sind nicht allzu viele Menschen da, so dass wir die Fälle richtig genießen können. Tolle Fotos und Eindrücke gibt es wieder einmal – wie schon 2 Jahre zuvor. Diesmal sind wir am Teufelsschlund fast allein! Mittags sind wir schon sehr müde, aber nach einer Rast mit Empanadas geht es wieder besser. So entscheiden wir uns, auch noch die brasilianische Seite der Fälle an diesem Nachmittag anzuschauen – was bei diesem tollen Licht eine gute Entscheidung war.

Gegen 17 Uhr sind wir wieder am Hotel. Die Reiseleiterin überredet uns,  an einem Essen mit Tanzshow teilzunehmen für 30€ pro Person. Wir halten kurz ein Schläfchen und brechen um 19:30 auf. Das Chorizo (sogar mit Sushi-Vorspeisen) ist wieder mal toll – vor allem wegen des gut gelaunten Personals, das zum Teil auch deutsch spricht. Um 21 Uhr beginnt die Show – leider mit einem hin und her springen Moderators mit Mikro. Die Beiträge der Künstler, die aus den verschiedenen Südamerika-Ländern etwas vorstellen, sind jedoch durchweg toll! Bei manchen wird das Publikum zum Fähnchen-Schwingen mitgerissen (Mexiko), bei anderen staunen alle (Brasilianischer Capoeira). Leider lasse ich mich dazu auf die Bühne holen und mache nicht so eine tolle Figur – aber alles in allem ein sehr gelungener Abend.

15.11.

Heute bleibt mehr Zeit für das schöne Frühstück. Trotzdem beeilen wir uns, damit wir vor den ersten Touristen des Parks an den Wasserfällen sind. Das Hotel liegt als einziges direkt im Nationalpark mit Blick auf die Fälle. Und wirklich: Wir sind fast alleine auf dem Weg zu den Wasserfällen auf brasil. Seite – diesmal von der Morgensonne so angestrahlt, dass duzende Regenbogen zu sehen sind. Wir laufen zur Busstation und fahren mit dem Bus direkt bis vor das Hotel zurück. Und schon wieder heißt es Koffer packen und auschecken. Im Flieger sehen wir noch einmal von oben die Wasserfälle, die uns auch diesmal ein wunderbares Erlebnis waren.

16.11.- 23.11.

Nach dem Flug von Iguazu nach Sao Paulo Guarulhos, anschließendem Bustransfer zum Flughafen Congonhas sind wir dann nach Joinville geflogen. Dort warten schon Emilia und Perulo auf uns. Mit ihrem Auto und einem Taxi geht es noch einmal ca. 50 km weiter.

Im großen Ferienhaus der Familie Santander haben wir alle ausreichend Platz. Perulo, Esther, Emilia und Mylena sind wie erwartet tolle Gastgeber. Oft grillt Perulo für uns Köstlichkeiten – der Verbrauch an Caipirinha ist groß.

Auch eine Fahrt mit dem Fischkutter bei ausreichend Seegang kann uns fast nicht umhauen. Spaziergänge an der Küste und Strandtage lassen uns noch mal richtig schön abschalten.

24.11.

Zurück in Deutschland geht es erschöpft zurück nach Erzhausen. Wehmütig denken wir an die tollen, sonnigen Tage zurück.


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